to top

Time to say goodbye

Heute ist der Tag gekommen, den ich seit einem halben Jahr so gefürchtet habe. Meine Zeit in New York ist leider vorbei und es geht nach Hause. Wie schnell ging ein halbes Jahr bitte rum? Auf der einen Seite habe ich das Gefühl, dass ich gerade erst dorthin gezogen bin, auf der anderen Seite ist einfach so viel passiert. Ich durfte wahnsinnig viele neue und tolle Menschen kennen lernen, hatte super viel Besuch, war in LA, Chicago, Boston, Newton, San Francisco, San Diego und habe sehr viel lernen dürfen.

Ich muss ehrlich sagen, der Abschied viel mir sehr schwer. Ich möchte einfach noch nicht weg. New York, besonders der Financial District ist für mich in den letzten Monaten zu meinem neuen zu Hause geworden und irgendwie hat man doch gerade erst alles in der Umgebung erkundet. Zum Glück durfte ich die letzten Tage noch mit meiner besten Freundin an meiner Seite verbringen, das hat den Abschied etwas leichter gemacht. Ich wusste ja, dass es mir schwer fallen würde, aber ich habe nicht gedacht, dass es mir so das Herz bricht die Stadt zu verlassen. Irgendwie passe ich hier hin. Ich hatte das Gefühl, in einer komplett anderen Welt zu leben, für einen gewissen Zeitraum.

Jetzt ist es wohl wieder an der Zeit in das reale Leben zurückzukehren. Natürlich freut man sich darauf, seine Liebsten wiederzusehen und auch auf das was man in Manhattan einfach nicht hatte: Ruhe, Natur, frische Luft (ich freue mich wieder Atmen zu können!) und gutes, vor allem vergleichsmäßig günstiges, Essen.

Man merkt gar nicht, wie anstrengend die Stadt eigentlich sein kann. Selbst Nachts ist es nie still. Immer sind überall hektische Menschenmassen, hupende Autos oder laute Sirenen.

Aber das gehört doch irgendwie dazu, oder? Macht das nicht irgendwo das Großstadtleben aus?

New York ist anstrengend, wenn man das nicht kennt. Aber man kann es lieben lernen!

Ich habe die Zeit von Anfang an in vollen Zügen genossen und jeden Tag komplett ausgenutzt. Jetzt komme ich wieder nach Hause und habe aus irgendeinem Grund wirklich Respekt davor. Was ist, wenn ich mich im Big Apple so verändert habe, dass ganze Charakterzüge, die Andere so an mir geschätzt haben, verschwunden sind? Dann ist das so. Das Leben im Ausland verändert jeden von uns. Klar, die englische Sprache ist ein Teil davon, aber ich meine viel mehr, dass ich denke, noch selbstständiger geworden zu sein und über mich selbst hinausgewachsen bin. Ich habe gelernt, die Meinung Anderer nicht mehr als Priorität zu sehen und mehr auf mich zu achten und das was mir wichtig ist und Freude bereitet. Es ist nicht wichtig, was Leute, die Du nicht mal kennst, über Dich denken. Es ist wichtig Du selbst zu bleiben und daran zu glauben.

New York ist eine Stadt, in der Du als einzelne Person herausstechen musst um unter der riesen Menge an Menschen gesehen zu werden, genauso ist auch das Leben an der Uni dort.
Noch viel extremer als es in den Großstädten Deutschlands der Fall ist.

Was mich besonders an der Uni davon überzeugt zurückzukommen, ist das Schulsystem in den Staaten. Während wir an unserer Hochschule zum Ende des Semesters eine Klausur schreiben und das dann die ganze Semesternote ist, hatten wir in NY jeden Tag Abgaben, Assignments oder Tests und 2 oder 3 Klausuren pro Fach.

Heißt, am Ende hat sich die Note aus mehreren kleineren Assignments und den Examen zusammengesetzt. Nicht eine einzige Note spiegelt die Leistung des ganzen Semesters wieder, sondern wirklich deine Leistung während der Zeit.

In Hamburg arbeite ich unter der Woche teilweise mehr als das ich in der Uni anwesend bin, lerne für die Klausuren und gut ist dann auch. In New York mussten wir für jeden Kurs komplett vorbereitet sein und viel lesen. Das bringt meiner Meinung nach viel mehr für unser Langzeitgedächtnis, als eine Klausur pro Fach. Aber da gehen Meinungen natürlich auseinander und jeder bevorzugt etwas anderes.
Ich habe einfach für mich festgestellt, dass mir das System viel mehr zusagt und mich auch mehr fordert und das war ausschlaggebend dafür, dass ich nun daran arbeiten werde, meinen Master in den Staaten und hoffentlich in New York machen zu können.

Was ich jedoch sehr vermisst habe in dem halben Jahr ist meine Arbeit. Mit einem Studentenvisum durfte ich in den USA nicht arbeiten, was für mich zu Beginn sogar fast ein ausschlaggebendes Argument gewesen war, nicht nach New York zu gehen.

Im Endeffekt hätte ich die Zeit aber wahrscheinlich sowieso nicht gehabt und konnte so die Stadt auch mehr genießen.

Für mich ist es noch überhaupt nicht greifbar, dass diese Zeit jetzt vorbei ist und ich ab Oktober wieder in Hamburg zur Uni gehe.

Egal wie traurig ich über die Abreise bin, man soll ja bekanntlich gehen, wenn es am Schönsten ist und daran habe ich mich definitiv gehalten.

Jetzt kann ich die Zeit zu Hause für einen Monat genießen, Oma und Opa besuchen, nach Mallorca zu meinem Bruder fliegen, meine Freunde und natürlich mein Pferd endlich wieder sehen. Man soll ja immer das Positive in allem sehen:)

Danke New York für die tolle Zeit. Danke, dass Du für ein halbes Jahr lang mein zu Hause warst, dass ich so viele tolle Menschen kennengelernt habe, so viel erleben, sehen und lernen durfte! Ich hatte eine wahnsinnig tolle Zeit und werde diese nie vergessen. Wir haben viel gelacht, geweint, geliebt, gefeiert, gelernt, und selbst krank sein ist in NY erträglicher als zu Hause…:)  Ich habe mir streng vorgenommen wiederzukommen und das für längere Zeit. Danke!  Danke auch, dass ihr mir alle auf dieser Reise gefolgt seit, der Foto-Spam wird jetzt auch etwas weniger, versprochen!!

Mal sehen welche großen Abenteuer in Zukunft folgen werden. Den Sommer werde ich jetzt erstmal in Düsseldorf verbringen, wo ich übrigens noch nie war, also wenn jemand unter euch aus der Gegend kommt, meldet euch gerne!

Bis ganz bald!

Magali

Magali van Riesen

Leave a Comment